KORKERNTE

Der Lebenszyklus von Kork als Rohstoff beginnt mit der Erstgewinnung der Korkrinde. Die Korkernte erstreckt sich von Anfang Juni bis Ende August. Es dauert ca. 25 Jahre bis die Korkrinde das erste Mal geerntet werden kann. Unter der Voraussetzung das der Stamm, 1,30 Meter vom Boden gemessen, einen Durchmesser von 70 cm hat.  Allerdings eignet sich das Korkmaterial der ersten zwei Ernten nicht zur Produktion von Qualitäts-Naturkorken. Das Material wird zur Weiterverarbeitung in die Industrie geliefert. Ab der dritten Ernte, auch "Amalia" genannt, kommt das Korkmaterial zur Herstellung von Naturkorken höchster Qualität in Frage. Die Struktur ist nun außen und innen glatt. Ab diesem Moment kann die Korkrinde etwa 150 Jahre lang, alle 9 Jahre, von der Eiche geerntet werden.

Die Korkernte erfolgt in 6 Schritten:

DAS ÖFFNEN

 

Mit der Axt wird ein vertikaler Schnitt in die Korkrinde gemacht. An der tiefsten Stelle wird mittels einer Drehnung der Axt die äußere Rinde von der inneren getrennt. Das Maß an Kraft das bei diesem heiklen Vorgang angewendet wird kann ausschließlich vom Facharbeiter eingeschätzt werden. Mit viel Gefühl, Gehöhr (sobald sich die Rinde abtrennen lässt ertönt ein hohles Reißgeräusch) und enorm viel Erfahrung ist dieser Vorgang ausnahmslos händisch möglich.

TRENNEN

 

Mittels vorsichtiger Drehung der Axt wird die Rinde vom Baum getrennt. Nur bei größter Sorgfalt gelingt es dem Facharbeiter die Rinde in einem Stück zu trennen. Andernfalls würde die Rinde an mehreren Stellen "reißen" und die weitere Verarbeitung erschweren.

TEILEN

 

Ein horizontaler Schnitt definiert die Maße der zu entfernenden Korkrinde und was letztendlich auf dem Baum bleiben soll. Der innere Teil der Rinde wird markiert.

EXTRAHIEREN

 

Die Rinde kann nun vom Baum getrennt werden. Darauf wird geachtet dass die Rinde in einem Stück extrahiert wird. Je größer die Stücke sind, desto größer ist ihr wirtschaftlicher Wert. Daher werden bei diesem Vorgang die erfahrensten Facharbeiter eingesetzt.

ENTFERNEN

 

Nach dem Abstreifen der Rinde bleiben ein paar Korkstücke auf dem Baum zurück. Um alle Parasiten auf diesen Stücken zu entfernen, gibt ihnen der Facharbeiter ein paar Schläge mit seiner Axt.

MARKIERUNG

 

Letztendlich wird der Baum mit der letzten Nummer des Jahres markiert, in dem er geerntet wurde.

Nun beginnt die Ruhezeit. Die Korkrinden werden in asphaltierten Höfen gestapelt. Dort bleiben sie Sonne und Wind ausgesetzt. Die Rinden werden unter Berücksichtigung der strengen Vorschriften des International Code of Cork Stopper Manufacturing Practice (ICCSMP) bearbeitet damit der Kork sich stabilisieren kann. Die Rinden werden auf Konstrukten gelagert - eine Lagerung auf dem Boden oder gar auf Holzpaletten ist strengstens verboten. Die Möglichkeit einer Kontamination wäre zu hoch. Nach Angaben der ICCSMP darf die Ruhe- bzw Reifezeit des Korkmaterials niemals weniger als 6 Monate betragen.